Mein Lebensweg mit ADHS und meine Erfahrungen bis heute
Mein Name ist Andreas Haugeneder. Ich wurde 1964 in Bergisch Gladbach geboren. Ich lebe mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), die meinen Alltag über viele Jahre stark geprägt hat.
Mein Lebensweg war nicht einfach. Schule und Berufsleben waren für mich oft eine große Herausforderung. Trotz vieler Bemühungen war es mir nicht möglich, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt dauerhaft Fuß zu fassen. Seit 2008 arbeite ich deshalb in einer Werkstatt für behinderte Menschen bei den Alexianern.
Früher gab es für Erwachsene mit ADHS kaum passende Behandlungsmöglichkeiten. Medikamente wie Methylphenidat (MPH) waren lange Zeit nicht für Erwachsene zugelassen. Damals ging man fälschlicherweise davon aus, dass ADHS „mit dem Alter verschwindet“. Heute weiß man: Das stimmt nicht.
Seit Mai 2025 bekomme ich ein neues Medikament mit dem Wirkstoff Lisdexamfetamin. Seitdem geht es mir deutlich besser, da ich Methylphenidat nicht mehr vertragen habe. Diese Umstellung war für mich ein wichtiger Schritt.
Ich bin ein Kind der 70er und 80er Jahre – eine Zeit, in der ADHS kaum verstanden wurde und meist als reine „Kinderkrankheit“ galt. In der Schule wurde viel ausprobiert, aber individuelle Förderung stand selten im Mittelpunkt. Ich wurde auf eine Sonderschule (heute Förderschule) geschickt.
Meine Mutter hat alles getan, um mich zu unterstützen. Ich war bei verschiedenen Neurologen in Behandlung, doch eine klare Diagnose bekam ich damals nicht.
Meine Diagnose
Viele Jahre später sah ich zufällig im ZDF das Magazin frontal 21. Dort berichtete ein junger Mann über seine Probleme mit Konzentration und Hyperaktivität. In diesem Moment habe ich mich selbst wiedererkannt – und hatte endlich eine Erklärung für vieles in meinem Leben.
Da ich bereits wegen Depressionen in Behandlung war, begann ich selbst zu recherchieren. Im Internet – unter anderem bei Wikipedia – fand ich viele Informationen, die zu meinen Erfahrungen passten. Daraufhin habe ich einen Termin bei meiner Fachärztin gemacht und wurde schließlich auf ADHS getestet.
Das hier ist nur ein Teil meines Lebenswegs. Aber ich hoffe, dass meine Geschichte anderen Mut macht – besonders Menschen meiner Generation, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und lange keine Antworten bekommen haben.
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