In der Praxis des Psychologen. Ein Mann und eine Frau unterhalten sich.
Was ist Verhaltenstherapie?
Die Verhaltenstherapie (VT) ist eine Form der Psychotherapie
Sie hilft Menschen dabei, seelische Probleme zu verstehen und aktiv zu verändern.
Viele psychische Probleme entstehen oder bleiben bestehen, weil wir bestimmte Denkweisen und Verhaltensmuster gelernt haben.
Und alles, was man gelernt hat, kann man auch wieder umlernen.
Kernmerkmale
- Hier und Jetzt: Der Fokus liegt primär auf aktuellen Problemen und deren Bewältigung im Alltag, weniger auf der tiefen Analyse der Kindheit.
- Hilfe zur Selbsthilfe: Ziel ist es, den Patienten zum Experten für das eigene Problem zu machen, damit dieser langfristig ohne Therapeuten klarkommt.
- Aktionsorientiert: Patienten sind aktiv beteiligt und bearbeiten oft „Hausaufgaben“ (z. B. Übungen oder Tagebücher), um Fortschritte im realen Leben zu erproben.
Methoden & Ansätze
Die moderne VT kombiniert verschiedene Techniken, oft unter dem Begriff Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) zusammengefasst:
- Kognitive Umstrukturierung: Identifizierung und Veränderung von belastenden Denkmustern (z. B. „Ich schaffe das nie“).
- Konfrontation (Exposition): Gezieltes Aussetzen in angstbesetzte Situationen, um zu lernen, dass die befürchtete Katastrophe ausbleibt.
- Aktivitätsaufbau: Besonders bei Depressionen wird schrittweise die Teilnahme an positiven Aktivitäten gesteigert.
- Soziales Kompetenztraining: Einüben von sicherem Auftreten oder dem Äußern eigener Bedürfnisse.
Zentrale Anlaufstellen für die Suche
- 116117 (Patientenservice): Dies ist die wichtigste Anlaufstelle für gesetzlich Versicherte. Sie können online oder telefonisch unter der Nummer 116 117 zeitnah Termine für eine psychotherapeutische Sprechstunde vermitteln lassen.
- therapie.de: Eines der größten Portale, das eine gezielte Filterung nach „Verhaltenstherapie“, Postleitzahl und freien Kapazitäten ermöglicht.
- Psych-Info: Ein Suchdienst der Psychotherapeutenkammern, der umfassende Informationen zu Approbation und Fachkundenachweisen bietet.
- DPtV-Therapeutensuche: Suchportal der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung für spezialisierte Therapeuten.
Tipps für die schnelle Suche (2026)
- Dringlichkeit nutzen: Wenn Sie einen Dringlichkeitscode vom Hausarzt haben, kann die Terminservicestelle (TSS) oft innerhalb von 1–2 Wochen einen Termin zur Erstberatung (Sprechstunde) vermitteln.
- Ausbildungsinstitute: In größeren Städten gibt es Institute für Verhaltenstherapie (z. B. DGVT). Dort behandeln Therapeuten in Ausbildung unter Supervision, was oft zu kürzeren Wartezeiten führt.
- Kostenerstattungsverfahren: Falls Sie nachweislich keinen Platz bei Therapeuten mit Kassenzulassung finden, können gesetzliche Krankenkassen die Kosten für eine Privatpraxis übernehmen. Dokumentieren Sie hierfür Ihre erfolglosen Kontaktversuche (Name, Datum, Absage).
- Tipp: Die „Dringlichkeitsbescheinigung“ füllt der Hausarzt, behandelnde Neurologe oder Psychiater aus. Er bescheinigt, dass es für den Patienten unzumutbar ist, länger auf einen Psychotherapieplatz zu warten.
Ablauf & Kosten
Eine Therapie beginnt meist mit zwei bis vier probatorischen Sitzungen zum Kennenlernen und zur Diagnose. In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, wobei eine Kurzzeittherapie oft 24 und eine Langzeittherapie bis zu 80 Sitzungen umfasst.