Die Darstellung von Menschen mit Behinderungen in den Medien
2026 setzt sich das Prinzip der authentischen Besetzung in den Medien immer stärker durch. Rollen von Menschen mit Behinderung werden bewusst mit Schauspielerinnen und Schauspielern besetzt, die diese Erfahrung selbst mitbringen. Früher wurden Menschen mit Behinderung oft entweder als bemitleidenswerte Opfer oder als „übermenschliche Helden“ (Supercrips) dargestellt. Heute entstehen Figuren, bei denen die Behinderung nur eine Nebenrolle spielt – wie in der Serie „In aller Freundschaft“, die vom spannenden Alltag zwischen Notaufnahme und Intensivstation erzählt, mit Tan Çağlar als Arzt. Inklusion findet 2026 zunehmend auch in Regie und Produktion statt, um Geschichten ohne den „externen Blick“ (Ableismus) zu erzählen.
Aktivismus und Sichtbarkeit: Der Druck auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nimmt zu
Im Januar 2026 steht die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) ganz im Zeichen der Vielfalt. Aktivistengruppen verlangen, dass die im Staatsvertrag festgeschriebene Darstellung der gesellschaftlichen Realität messbar nachvollzogen wird.
- Forderung nach einer Quote für Inklusion: Verbände wie die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL) setzen sich dafür ein, ab 2026 eine feste Inklusionsquote von mindestens 5 % für Menschen mit Behinderung vor und hinter der Kamera einzuführen, um dem bundesweiten Anteil von rund 9 % Schwerbehinderten näherzukommen.
- Die Kampagnenpower von Aktion Mensch: Die Aktion Mensch wird 2026 neue Daten zum „Inklusionsbarometer Medien“ veröffentlichen, die zeigen, dass Menschen mit Behinderung in der Werbung zwar zunehmend sichtbar sind, in fiktionalen Hauptrollen jedoch weiterhin unterrepräsentiert bleiben.
- Zwischen Sensibilisierung und Stigmatisierung: Die mediale Darstellung von Menschen mit Behinderungen in Deutschland
Praktische Infos für Medienschaffende (Set & Produktion)
- Inklusionsberatung & Drehbuch-Check: Um „Ableismus“ (Diskriminierung) bereits in Drehbüchern zu verhindern, stellt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes Beratung und Leitfäden zur Verfügung. Spezialisierte Angebote wie die Beratung von Adina Hermann (Sozialhelden) sind 2026 zudem gefragte Partner für authentisches Storytelling.
- Barrierefreies Set-Design: Informationen zur physischen Barrierefreiheit von Filmsets, etwa zu Rampen, Rückzugsräumen und Assistenz-Logistik, sind im Praxisleitfaden von Rehadat, dem zentralen Informationssystem zur beruflichen Teilhabe, zu finden.
- Finanzielle Unterstützung (Steuer 2026): Der Behinderten-Pauschbetrag bleibt auch im Steuerjahr 2026 unverändert. Für Medienschaffende mit Behinderung bringt das spürbare Entlastung bei Fahrtkosten und zusätzlichem Aufwand am Set. Aktuelle Tabellen und Antragsformulare sind im ELSTER-Portal der Finanzverwaltung zu finden.
Down-Syndrom: ein Clip räumt auf mit Vorurteilen | Mit offenen Augen | ARTE
Eine junge Frau mit Down-Syndrom trinkt Alkohol, deklamiert Shakespeare und hat Sex. Das bunte, außergewöhnliche Video ist völlig anders als bisherige Sensibilisierungskampagnen. Der Verein CoorDown veröffentlichte es am 14. März 2024 in den sozialen Netzwerken, woraufhin es rasant viral ging. Der künstlerische Leiter der Produktion Luca Pannese erläutert die Hintergründe dieser Kampagne. Mouloud Boukala, Anthropolge und Experte für die Darstellung von Menschen mit Behinderung, analysiert, wie sich die Sichtbarkeit Letzterer in Film und Fernsehen entwickelt hat.
Video: COORDOWN / SMALL
Magazin (F 2025, 11 Min)
Video verfügbar bis zum: 10/09/2029
Link zur Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/116710-106-A/mit-offenen-augen/
#downsyndrom #inklusion #behinderung
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