John Forbes Nash, amerikanischer Mathematiker und Gewinner des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften 1994
Es gibt Lebensläufe, die so außergewöhnlich sind, dass sie die Grenzen zwischen Mathematik und Mythos verschwimmen lassen. John Forbes Nash, Jr. (1928–2015) war zweifellos eine solche Persönlichkeit. Mit 30 Jahren erkrankte er schwer an Schizophrenie.
In einer Zeit, in der wir im Jahr 2026 verstärkt über die Bedeutung neurodivergenter Perspektiven und die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen diskutieren, erhält sein Vermächtnis eine neue, tiefgreifende Relevanz.
Ein brillanter Geist, der die Welt veränderte
Nash war weit mehr als ein gewöhnlicher Mathematiker. Schon in jungen Jahren legte er den Grundstein für ein Konzept,

das bis heute die moderne Wirtschaftswissenschaft und strategisches Denken prägt: das Nash-Gleichgewicht. Seine Dissertation zur Spieltheorie umfasste lediglich 28 Seiten, revolutionierte jedoch nachhaltig unser Verständnis von Konkurrenz und Kooperation. Für diese bahnbrechende Arbeit wurde er 1994 mit dem Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet – eine Ehre, die nur wenigen Mathematikern zuteilwird. 2015 folgte der Abelpreis, oft als „Nobelpreis der Mathematik“ bezeichnet, als weitere Würdigung seiner außergewöhnlichen Beiträge.
Der Bruch: Leben mit Schizophrenie
- Widerstandskraft: Erst in den 1990er Jahren erholte er sich weitgehend von der Krankheit – ein seltener und hoffnungsvoller Fall in der Geschichte der Psychiatrie.
- Menschlichkeit hinter der Formel: Der Oscar-prämierte Spielfilm „A Beautiful Mind“ (2001) brachte sein Schicksal einem weltweiten Publikum näher und veränderte nachhaltig die öffentliche Wahrnehmung psychisch erkrankter Genies.
- Selbstbestimmung und Resilienz: Nashs Weg, einen Umgang mit seinen Halluzinationen zu finden – häufig abseits der rein medikamentösen Standardlösungen jener Zeit, passt gut zu modernen Ansätzen der Psychiatrie-Erfahrenen-Bewegung, die Wert auf Autonomie und individuelle Bewältigungsstrategien legt.
- Interdisziplinäres Erbe: Seine Beiträge zur Spieltheorie sind heute aktueller denn je, ob in der algorithmischen Entwicklung von KI-Systemen oder in der Klimapolitik. Dass diese rationalen Modelle aus einem Geist hervorgingen, der zeitweise den Kontakt zur Realität verlor, ist ein Paradoxon, das uns lehrt, die Grenzen zwischen „normal“ und „anormal“ fortwährend zu hinterfragen.
Warum Nash im Jahr 2026 ein Vorbild bleibt
US-Nobelpreisträger John Nash ist tot
Jersey) verunglückten. 1994 war Nash…
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