Champions (Spanisch: Campeones) - Ein spanischer Sport-Komödien-Drama-Film aus dem Jahr 2018
Der RTL-Film „Weil wir Champions sind“ (veröffentlicht 2022 auf RTL+ und VOX) gilt als Meilenstein für die inklusive Darstellung in der deutschen Medienlandschaft. Im Gegensatz zu vielen anderen Produktionen wurden die Rollen der Basketballmannschaft konsequent mit Schauspieler:innen besetzt, die im echten Leben eine geistige Behinderung haben. Dieser Film wurde an Originalschauplätzen wie den Bonner Werkstätten gedreht, wobei auch Beschäftigte der Werkstätten als Statisten mitwirkten.
Die Handlung ein erfolgreicher, aber arroganter Basketballtrainer (gespielt von Wotan Wilke Möhring) wird nach mehreren Verfehlungen dazu verurteilt, Sozialstunden abzuleisten. Er muss eine Basketballmannschaft trainieren, die ausschließlich aus Menschen mit geistiger Behinderung besteht.
Das Besondere an dieser Produktion ist, dass alle neun Spieler des Teams tatsächlich von Menschen mit einer geistigen Behinderung dargestellt werden. Für die meisten von ihnen war es das Schauspieldebüt vor der Kamera. Wie mein Arbeitskollege Jonas Relitzki auch heute ist er noch aktiv, seit 2015 ist seit Mitglied des inklusiven Theaterensembles Theaterkönig aus Köln.
Warum der Film als positives Beispiel gilt
- Authentizität: Statt Schauspieler ohne Behinderung einzusetzen („Cripping up“), wurden Rollen mit Betroffenen besetzt, die ihre eigenen Erfahrungen und Persönlichkeiten einbrachten.
- Augenhöhe: Der Film thematisiert den „kulturellen Zusammenprall“ zwischen dem Trainer und der Mannschaft humorvoll, ohne die Spieler bloßzustellen oder ins Lächerliche zu ziehen.
- Perspektivwechsel: Die Geschichte stellt die Frage, was in unserer Gesellschaft als „normal“ gilt und feiert die Vielfalt und Lebensfreude der Protagonisten.
Weitere positive Filmbeispiele (Auswahl)
Neben „Weil wir Champions sind“ (der ein Remake des spanischen Erfolgsfilms Campeones ist) gibt es weitere Werke, die Inklusion und Behinderung differenziert darstellen:
- The Peanut Butter Falcon: Ein Abenteuerfilm mit Zack Gottsagen, einem Schauspieler mit Down-Syndrom, in der Hauptrolle.
- Glück auf Umwegen: Eine Tragikomödie, die Barrieren im Alltag und in der Liebe thematisiert.
- Die Entdeckung der Unendlichkeit: Porträtiert das Leben von Stephen Hawking und seinen Umgang mit ALS.
- Vorbild: Der Film ist ein Remake des preisgekrönten spanischen Films „Campeones“ (2018), der auf einer wahren Geschichte basiert.
Internationaler Vergleich der US-Spielfilm „Champions“ (2023)
Die US-Version des gleichen Stoffes (mit Woody Harrelson) verfolgte 2023 einen ähnlichen Weg der authentischen Repräsentation. Im Unterschied zu den Europäischen filmen spielen Schauspieler wie Madison Tevlin (Instagram) Josh Felder, Menschen mit einer geistige Behinderungen haben. Viele Kritiker lobten, dass die Charaktere eigene Handlungsspielräume (Agency) und emotionale Entwicklungen erhielten, statt nur als Inspiration für den Trainer zu dienen.
Bedeutung für die Inklusion im Film
2026 zeigt sich, dass Projekte wie „Weil wir Champions sind“ den Weg für „Authentic Casting“ ebnen. Statt Schauspieler ohne Behinderung in diese Rollen zu setzen (sog. „Crip-Facing“), wird die Bühne denjenigen überlassen, die diese Identität selbst leben. Dies hilft, das Narrativ von der „Tragödie“ hin zu einer selbst bestimmten, vielschichtigen Darstellung zu verschieben.