"Germanische Neue Medizin (GNM)"
Die Germanische Neue Medizin (GNM) und verwandte pseudomedizinische Strömungen stellen 2025 ein erhebliches Risiko für Menschen mit Behinderung dar. Diese Bewegungen basieren auf einem Weltbild, das medizinische Fakten durch ideologische Deutungen ersetzt.
Gefahren durch die Ideologie der GNM
Die zentrale Lehre der GNM behauptet, dass jede Krankheit und damit auch viele Formen der Behinderung auf einem ungelösten „biologischen Konflikt“ basieren. Daraus ergeben sich spezifische Gefahren:
- Radikale Therapieverweigerung: Die GNM lehnt die wissenschaftliche Medizin (Schulmedizin) strikt ab. Für Menschen mit Behinderungen, die auf kontinuierliche medizinische Versorgung, Schmerztherapie oder Medikamente angewiesen sind, ist dieser Dogmatismus lebensgefährlich.
- Schuldzuweisung und psychischer Druck: Da Behinderungen als Folge persönlicher Konflikte oder „Schockerlebnisse“ gedeutet werden, liegt die Verantwortung für den Zustand allein beim Individuum. Dies führt zu massiven Schuldgefühlen, wenn keine „Heilung“ eintritt, und kann psychische Beeinträchtigungen drastisch verschlimmern.
- Verharmlosung von Schmerz: In der GNM wird Schmerz oft als notwendige Phase eines „Heilungsprozesses“ verklärt. Dies entzieht Menschen mit chronischen Schmerzen den Zugang zu lindernden Behandlungen und führt zu unnötigem Leiden.
Risiken allgemeiner pseudomedizinischer Bewegungen
Neben der GNM verbreiten 2025 auch andere esoterische Bewegungen gefährliche Mythen:
- Wunderheilungsversprechen: Diese Bewegungen werben gezielt bei Menschen mit chronischen Einschränkungen. Die Versprechen einer „vollständigen Heilung“ durch spirituelle Methoden führen oft dazu, dass bewährte Rehabilitationsmaßnahmen abgebrochen werden.
- Finanzielle Ausbeutung: Menschen mit Behinderung verfügen oft über regelmäßige Renten oder Sozialleistungen, die durch teure, wirkungslose Seminare und „Heilmittel“ systematisch abgeschöpft werden.
- Verschwörungstheorien: Pseudomedizinische Gruppen fördern oft ein tiefes Misstrauen gegenüber dem Gesundheitssystem und staatlichen Stellen. Dies isoliert Betroffene von professioneller Hilfe wie der Lebenshilfe oder staatlichen Beratungsangeboten.
Zentrale Merkmale und Gefahren
- Ideologie: Begründet vom ehemaligen Arzt Ryke Geerd Hamer, basiert die GNM auf fünf vermeintlichen „biologischen Naturgesetzen“. Jede Krankheit (inklusive Krebs) resultiere aus einem Schockerlebnis („biologischer Konflikt“) und heile von selbst, sobald dieser gelöst sei.
- Ablehnung der Medizin: Die GNM lehnt evidenzbasierte Therapien wie Operationen, Chemo- oder Strahlentherapie strikt ab. Die Deutsche Krebsgesellschaft warnt mit Stand 2025 ausdrücklich davor, da Patienten dadurch Heilungschancen vergeben und unnötige Schmerzen erleiden.
- Antisemitismus und Verschwörungsmythen: Die Strömung ist eng mit rechtsextremen Ideologien (z. B. Reichsbürger-Szene) verknüpft. Hamer verbreitete antisemitische Verschwörungserzählungen, wonach die Schulmedizin Teil einer jüdischen Verschwörung sei, um Nicht-Juden zu schädigen.
- Rechtliche Konsequenzen: Hamer wurde die Approbation entzogen und er saß mehrfach in Haft. Dennoch verbreiten Anhänger die Lehren weiterhin in sozialen Netzwerken und „Studienkreisen“.
- Wer war Hamer: Ryke Geerd Hamer (* 17. Mai 1935 in Mettmann; † 2. Juli 2017 in Sandefjord, Norwegen) war ein deutscher Mediziner und später als Wunderheiler auftretender, mehrfach verurteilter Straftäter und Antisemit, welchem infolge seiner unwissenschaftlichen und empirisch widerlegten Behandlungsmethoden die ärztliche Approbation entzogen wurde.
Einordnung als „Medizinsekte“
Kritiker und Beratungsstellen bezeichnen die GNM aufgrund ihrer dogmatischen Struktur und der sozialen Isolation der Anhänger oft als gefährliche Medizinsekte. Patienten werden dazu gedrängt, den Kontakt zu zweifelnden Angehörigen abzubrechen und Schmerzen als „Heilungsphase“ fehl zu deuten. Die Scientology Sekte könne weitläufig da zu gezählt werde, denn diese lehn ebenfalls notwendig Medizinische Behandlungen ab , ins besonders bei Physischen Erkrankungen.